Kriseninterventionsteam (KIT) Land Steiermark

Als Reaktion auf das Grubenunglück in Lassing 1998 hat das Land Steiermark als erstes Bundesland die „Psycho – Soziale Akutbetreuung“ im Steiermärkischen Katastrophenschutzgesetz vom 16. März 1999 verankert. Die nunmehr 400 ehrenamtlichen AkutbetreuerInnen, bestehend aus psychosozialen Fachkräften und erfahrenen MitarbeiterInnen von Einsatzorganisationen mit absolvierter Kriseninterventionsausbildung, unterstützen Menschen nach unvorhersehbaren, plötzlichen, außerhalb der Vorstellungskraft liegenden, so genannten traumatischen Ereignissen. In der Akutphase – den ersten Stunden danach – ist das Team für Betroffene und Angehörige da, hat Zeit zum Zuhören, hilft bei der ersten Orientierung und gibt durch seine Anwesenheit Unterstützung und Sicherheit bis das soziale Netz aufgebaut ist. Im Vordergrund stehen die unmittelbaren Bedürfnisse der Betroffenen und Angehörigen, z.B. nach einem Wohnhausbrand oder einem Verkehrsunfall, einem Lawinenabgang oder bei Hochwasser, bei plötzlichem Kindstod oder nach Suizid. Bei Todesfällen wird ein Abschiednehmen vom Verstorbenen ermöglicht.

Ausgehend vom Prinzip: „Ausschlaggebend für den Einsatz ist nicht die Anzahl der betroffenen, sondern der Schweregrad der möglichen Traumatisierung“, kommen die MitarbeiterInnen gemäß der im österreichweiten Leitfaden der Plattform Krisenintervention, Jahrgang 2009, definierten Indikationsliste zum Einsatz.

Da die akute Krisenintervention nur unmittelbar nach dem Ereignis in der Akutphase erfolgt, unterstützen die Teams bei Bedarf auch durch Vermittlung einer weiterführenden Betreuungs- und Beratungseinrichtung, wie z.B. psychosoziale Zentren, soziale Einrichtungen, Pfarren und NotfallseelsorgerInnen.

Die Dienste des Kriseninterventionsteams Land Steiermark werden der steirischen Bevölkerung, Durchreisenden und Gästen durchgehend 24 Stunden/Tag unentgeltlich angeboten. Dazu sind in allen steirischen Bezirken Teams in ständiger Rufbereitschaft. Die Alarmierung erfolgt im Regelfall durch die Behörden und gesetzlich anerkannte Einsatzorganisationen sowie Rettungsdienste, über die Landeswarnzentrale unter der Nummer 130.

Das KIT-Team wird vom Leitungsteam, bestehend aus der wissenschaftlichen Leiterin, Frau Primaria Dr. Katharina Purtscher – Penz, dem fachlichen und operativen Leiter, Herrn Edwin Benko, Psychotherapeut und von der Leiterin der Koordinationsstelle Krisenintervention, Frau Diplomsozialarbeiterin Cornelia Forstner, MA geführt. Die Koordinationsstelle ist u.a. für das Ehrenamtlichen-Management, die Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung und die Qualitätssicherung verantwortlich und übernimmt Beratungs- und Vernetzungstätigkeiten nach Einsätzen.

Zusätzlich steht den KIT MitarbeiterInnen im Einsatz rund um die Uhr eine fachliche Hintergrundbereitschaft zur Absicherung des Interventions- und Betreuungsplanes zur Verfügung.

Die Einsätze werden von den KIT MitarbeiterInnen ehrenamtlich geleistet. Die Kosten für die Ausbildung, die Einsätze, die Versicherung, die Qualitätssicherung und Weiterbildung trägt auf gesetzlicher Grundlage das Land Steiermark.

Das Angebot richtet sich jedoch nicht nur an unmittelbar betroffene Menschen und deren Angehörige, sondern auch an HelferInnen aus Einsatzorganisationen nach extrem belastenden Einsätzen, z.B. mit vielen Toten, toten Kindern oder wenn die Einsatzorganisationsmitglieder plötzlich selbst im Einsatz in eine lebensbedrohliche Lage kommen. Speziell ausgebildete SvE (Stressverarbeitung nach belastenden Ereignissen) - MitarbeiterInnen des KIT Land Steiermark unterstützen diese Menschen in Form von Einzel- und Gruppengesprächen.

Kontakt:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung
Koordinationsstelle Krisenintervention
DSA Cornelia Forstner, MA
8010 Graz, Paulustorgasse 4
0664 8500211

E-Mail: cornelia.forstner@stmk.gv.at

fachlicher und operativer Leiter
Edwin Benko, Psychotherapeut Mail

 

 

 



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